"Pflege bedeutet mehr als satt und sauber"

23.08.2013

Caritas und Pflegegesellschaft informieren in Trier zum Thema Altenpflege

Trier - Die Pflege alter Menschen muss einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen. Das haben Vertreter der Caritas im Bistum Trier und der rheinland-pfälzischen Pflegegesellschaft am 14. August bei einer Pressekonferenz auf dem Kornmarkt in Trier betont. Im Rahmen der landesweiten Kampagne „Pflegesignal“ sprachen Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel, der Trierer Caritasdirektor Dr. Bernd Kettern und Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen insbesondere die Ausbildung junger Menschen in der Altenpflege und das Image der Pflege an. Mit der Verteilung von besonderen 50-Cent-Münzen in der Fußgängerzone in Trier sollte außerdem die Aufmerksamkeit für das Thema Pflege geweckt werden: Wer eine der Münzen aufhob, sah sich mit dem Spruch konfrontiert: „Wenn Sie zu alt sind, um dies selbst aufzuheben, sind wir für Sie da. Die Altenpflege“.

Diözesan-Caritasdirektorin Kugel wies auf das besondere Engagement von Mitarbeitenden in der Altenpflege hin, das in der Gesellschaft aber nicht zur Kenntnis genommen werde. Themen wie Alter, Krankheit und Sterben würden eher verdrängt: „Deshalb wirbt unsere Kampagne für mehr Wertschätzung für die Pflege.“ Für junge Menschen sei die Pflege entgegen der negativen Bilder und Schlagzeilen ein attraktives Berufsfeld mit Zukunft und ein wertvoller Dienst für den Menschen und die Gesellschaft. Die Pflegekampagne wolle auch pflegende Angehörige auf Beratungs- und Unterstützungsangebote hinweisen. In Rheinland-Pfalz werden mehr als die Hälfte der alten und kranken Menschen, über 57.000 Personen, zu Hause von Angehörigen gepflegt. Die ambulanten Dienste unterstützen sie mit einem breitgefächerten Angebot, wie zum Beispiel im Kreis Trier-Saarburg: „Dort pflegen die vier Sozialstationen in Trägerschaft des Caritasverbandes Trier täglich rund.1 000 Menschen“, berichtete der Trierer Caritasdirektor Kettern. 13 junge Menschen bilde die Caritas zurzeit zu Altenpflegern aus. „Junge Leute sollen Lust auf einen Beruf in der Altenpflege bekommen“, sagte Kettern. Seine Kritik galt dem hohen Dokumentationsaufwand in der Pflege und der mangelnden Anerkennung des Berufes: „Pflege bedeutet mehr als satt und sauber.“

Recht optimistisch gab sich Oberbürgermeister Klaus Jensen: Vor dem demografischen Wandel müsse man keine Angst haben, wenn man sich rechtzeitig darauf einstelle. Es gelte, Themen wie Altersarmut oder altersgerechtes Wohnen offensiv zu bearbeiten. Entscheidend sei es, den Pflegekräften gute Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine angemessene Bezahlung für ihre tägliche Arbeit anzubieten. Hier sei insbesondere die Politik gefordert. Eine gesellschaftliche Aufwertung sei notwendig: „Pflege ist völlig unterbewertet. Das darf in einer Gesellschaft, die humanitäre Werte hoch schätzt, nicht passieren“, sagte Jensen.

Quelle: Bistum Trier

zurück