Einsatz für die Pflege

23.08.2013

Eine ungewöhnliche Aktion macht auf die steigende Anzahl von Pflegebedürftigen und die fehlenden Fachkräfte in der Pflege aufmerksam. In Rheinland Pfalz sind zur Zeit rund 57.000 Menschen pflegebedürftig. Insgesamt 1.500 Münzen wurden verteilt um auf die Situation hinzuweisen und zum Nachdenken anzuregen. „Wenn Sie zu alt sind, um das aufzuheben, sind wir für Sie da. Die Altenpflege pflegesignal.de.“ ist auf den Münzen zu lesen. Die Pflege alter Menschen muss einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen. Dies betonten Vertreter der Caritas und der rheinland-pfälzischen Pflegegesellschaft am Mittwoch, 14. August, bei einer öffentlichen Pressekonferenz auf dem Kornmarkt in Trier.

Rund 3.500 Menschen sind im Landkreis Trier-Saarburg pflegebedürftig, In Trier sind es derzeit 2000 Pflegebedürftige. Im Jahr 2030 sollen es Prognosen zufolge gut 2700 sein. Im Rahmen der landesweiten Kampagne "Pflegesignal" sprachen Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel, der Trierer Caritasdirektor Dr. Bernd Kettern und Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen insbesondere die Ausbildung junger Menschen in der Altenpflege und das Image der Pflege an. Themen wie Alter, Krankheit und Sterben werden eher verdrängt: "Deshalb wirbt unsere Kampagne für mehr Wertschätzung für die Pflege. Außerdem müssen wir die Attraktivität des Berufes steigern", so Dr. Birgit Kugel. Die Pflegekampagne will auch pflegende Angehörige auf Beratungs- und Unterstützungsangebote hinweisen.

In Rheinland-Pfalz werden mehr als die Hälfte der alten und kranken Menschen zu Hause von Angehörigen gepflegt. " Der größte Pflegedienst ist die Familie", bemerkte Dr. Bernd Kettern (Caritsdirektor). Bei der Caritas werden zur Zeit 13 junge Leute zu Altenpflegern ausgebildet. Seine Kritik galt dem hohen Dokumentationsaufwand in der Pflege und der mangelnden Anerkennung des Berufes: "Pflege bedeutet mehr als satt und sauber", sagte Kettern. Recht optimistisch gab sich Oberbürgermeister Klaus Jensen: "Vor dem demografischen Wandel muss man keine Angst haben. Wir können uns rechtzeitig darauf einstellen", so Jensen. Es gelte, Themen wie Altersarmut oder altersgerechtes Wohnen offensiv zu bearbeiten. Entscheidend sei es, den Pflegekräften gute Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine angemessene Bezahlung für ihre tägliche Arbeit anzubieten. Hier ist insbesondere auch die Politik gefordert. Und eine gesellschaftliche Aufwertung sei notwendig: "Pflege ist völlig unterbewertet. Das darf in einer Gesellschaft, die humanitäre Werte hoch schätzt, nicht passieren", sagte Jensen.

Quelle: wochenspiegellive.de

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